Bereits seit einigen Monaten schleicht sich ein Schlagwort in die amerikanische Mobile Tagging-Debatte: das Patent. Neomedia beansprucht in 95 Punkten das Schutzrecht auf den indirekten Mobile Tagging-Prozess. Wie wir bereits berichteten hatte die AG anfänglich mit Rückschlägen zu kämpfen, welche vor allem auf Proteste der EFF zurückzuführen sind. Nun hat sich das Blatt gewendet. Wie auf heise-online berichtet wird, ist das Patent bestätigt worden. Was dies für die Technologie, den amerkanischen Markt und die Debatte zum Ökosystem bedeutet, erklärt Tagnition CEO Marvin Hegen in einem Interview mit der Kollegin Heike Scholz von Mobile Zeitgeist.
Hier Nachzulesen.
Montag, 9. März 2009
Patent. Was bedeutet das?
Samstag, 19. Juli 2008
Urteil im Fall des Tagging-Patents: Schwerer Schlag für Neomedia


Neomedia ist bei dem Versuch Tagging-Prozesse zu patentieren auch in der zweiten Runde gescheitert. Alle 95 Ansprüche, welche implizit sowie explizit (hauptsächlich) die "Privatisierung" von Methoden der visuellen Informationsübertragung per Barcode zum Ziel hatten, wurden abgelehnt . So entschied das United States Patent and Trademark Office (PTO). Die Forderungen beschränkten sich dabei nicht nur auf Mobile Tagging.
"NeoMedia Technologies, Inc., claimed to own rights to all systems that provide information over computer networks using database-like lookup procedures that rely on scanned inputs, such as a barcode." (Hervorhebung von mir)
Nachdem das US Unternehmen bereits bei seinem ersten Versuch sich die Rechte für die Technologie zu sichern gescheitert war, hatte das PTO den Prozess am 15. Oktober '07 wieder aufgenommen. Für den damaligen Chairman von Neomedia bereits zu spät: er war einen Tag zuvor zurückgetreten.
Auf die Wiederaufnahme des Verfahrens machte vor allem die Electronic Frontier Foundation (EFF) aufmerksam, eine amerikanische Organisaion mit Sitz in Washington. Diese setzt sich dafür ein, der wahrlosen Verpatentierung durch große Firmen im Sektor Elektronic entgegen zu treten. Damit will sie den gleichen und freien Zugang zu solch basalen Abläufen und Methoden für alle Marktteilnehmer und die Entwicklung eines kreativen Marktumfeldes gewährleisten . Letztendlich war es wohl ihre Initiative, die durch eine weiträumige und solidarische Petition im April diesen Jahres das PTO von der Fragwürdigkeit der Forderungen nach einem Patent überzeugte.
Nachdem die Verunsicherung über die ungeklärte Rechtslage nun erstmals eine Ende haben sollte, gehen Experten davon aus, dass das mobilen Umfeld in den Staaten durch dieses Urteil einen gewaltigen Impuls erhält. Viele Ideen aus dem Bereich Physical World Connection erfahren eine Wiederbelebung und werden umgesetzt.
Die Rolle von Neomedia wird sich vom Monopolisten zum Mitgestalter eines gesunden Marktumfeldes weiter vollziehen.
Quelle: EFF, Pondering Primate
Donnerstag, 25. September 2008
Reader vorinstalliert (1) - Samsung macht´s vor. Wir sehen nach

Es geht los! Wir setzen den Startschuss in die neue Ära "Mobile Tagging". Oder ist es zum Feiern zu früh? Ab sofort ist die erste Vorinstallation von Software auf den Geräten von Samsung offiziell. Los geht es in Spanien, Italien und Dänemark in einem Monat, später weiter nach Mexico und Amerika.
Doch hierbei handelt es sich um die Software des amerikanischen Mobile Solution Dienstleisters Scanbuy, dem wohl stärksten Konkurrenten von Neomedia in den USA. Es handelt sich um einen proprietären Provider mit eigenem Code (EZ-Code: Siehe Abbildung). Die Performance des Readers 2.0.0 (get.scanlife.com) ist auch speziell auf diesen ausgelegt, was bedeutet, dass er auf unseren Geräten schonmal keinen QR-Code ausliest. Datamatrix erkennt er, allerdings unterstützt die Software kein Direct Linking, um mal im Jargon der OMA und CTIA zu sprechen. Direkt Linking ist die direkte Verlinkung einer Website, im Gegensatz hierzu schickt Indirect Linking den Code durch ein systeminternes Gateway. Mit anderen Worten: der Reader geht nur bei Codes online, die auch bei Scanbuy erstellt wurden und berücksichtig z.B. Formate wie die vCard und die "herkömmliche" URL nicht.
Das wäre kontraproduktiv. Was Neomedia mit seinem Patent auf den Auslesevorgang hätte bewirken können, könnte auch auf diesem Wege zumindest praktisch eintreten. Der Markt wird für weitere Mobile Tagging Dienstleister geschlossen. Reagieren andere Readerhersteller nicht entsprechend, kann sich in Europa schnell ein Monopolist breit machen. Doch hier sind wir guter Dinge. Wir schließen aus einem heftigen Streit zwischen Scanbuy und Neomedia, der sich derzeit auf Gomonews abspielt, dass dieses geschlossene System massiv angefochten wird.
Bereits vor dem Release der Partnerschaft von Scanbuy und Samsung hatte die CTIA - Wireless Association aus Washington - in einem Whitepaper den EZ-Code als Standard neben der Datamatrix verkündet. Das war schon ziemlich ungewöhnlich. Denn das bedeutet, dass das komplette sogenannte Mobile Tagging "Ökosystem" bestehend aus Providern, Usern, Readern und Servern in den Händen dieser Firma liegt - beschlossen von einem neutralen Verband. Um einen vernünftigen Reader auf den Markt zu bringen, müsste man quasi schon eine Lizenz von Scanbuy kaufen, damit man hier Codes erstellen und lesen kann und darf. Absoluter Wahnsinn!
Dementsprechend wird in der internationalen CEO-Etage auf Verschwörung und Bestechung, etc. geschimpft. Was nicht einem gewissen Unterhaltungswert entbehrt - wäre man nicht ein Teil dieses Ökosystems, welcher entfernt werden soll.
Wer das ganze Chaos noch nicht ganz durchleutet hat, allgemein mehr davon lesen möchte, oder Manager von Weltformat bei anti-subtilen und postlatenten Anschuldigungen bestaunen will, schaut bei folgenden Links vorbei:
Pressemitteilung- Scanbuy
Gomonews
CTIA Whitepaper
Wir halten Euch über die Readersituation - vor allem aber in Europa - in diesem neuen Label auf dem Laufenden.





