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Donnerstag, 22. April 2010

Studie: Vergleich QR-Code Nutzung in Japan und Deutschland

Liest man Artikel über QR-Codes, stolpert man regelmäßig über Aussagen bezüglich Japan als Vorreiterland des Mobile Tagging. Für viele ist das Argument: "In Japan funktionieren QR-Codes doch auch", sogar langsam ausgelutscht. Bisher gab es allerdings nie direkte Vergleichzahlen für die beiden Ländern.

Dank der kürzlich erschienen Studie der FH Schmalkalden und den regelmäßig veröffentlichen Zahlen auf whatjapanthinks, existieren jetzt erstmals Zahlen für einen fundierten Vergleich. Wir haben uns die Mühe gemacht, beide Länder anhand der Ergebnisse der Studien gegenüber zu stellen.


Das Ergebnis: In Japan nutzen fast drei mal so viele Menschen QR-Codes wie in Deutschland. Während in Japan somit fast jeder die kleinen Quadrate kennt, sind 50% der deutschen Bevölkerung bislang noch nicht wissentlich mit den Codes in Berührung gekommen. Die Codes haben dadurch nach wie vor einen sehr innovativen Charakter.

Werden die Codes in Deutschland vielleicht in den falschen Medien eingesetzt, was dazu führt, dass die Menschen nicht mit den Codes in Kontakt kommen?


Vergleicht man die Medien von denen QR-Codes bereits gescannt wurden, so liegen Deutschland und Japan recht nah beisammen. Leider wurde in der deutschen Studie nicht nach dem Scannen von Computern, bzw. Bildschirmen im Allgemeinen gefragt, was wiederum die hohe Anzahl an Antworten im Bereich "Andere Quellen" erklärt. Dieser Fakt konnte auch in der Studie anhand von Freitextantworten und Kommentaren bestätigt werden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass das Scannen von digitalen Anzeigemedien auch in Deutschland eine ähnliche Beliebtheit genießt wie in Japan. Deutlichen Aufholbedarf gibt es noch in den Bereichen Werbeflyer und Produktverpackungen.

Fazit: Es gibt noch eine große Gruppe nicht erschlossener Nutzer in Deutschland, die es gilt mit innovativen Kampagnen zu gewinnen. Die Einsatzgebiete scheinen in Deutschland ebensowenig wie in Japan auf spezielle Medien beschränkt. Den kreativen Marketinggeistern sind somit keine Grenzen gesetzt.

Kommentare:

dokodemokeitai hat gesagt…

Die Tatsache, dass QR Codes in Japan genutzt werden und in Deutschland nicht, hat folgende Ursachen:
1. in Japan sind alle Endgeräte bis auf das iPhone mit Hardware-QR-Code Readern ausgestattet, da die Entwicklung der Endgeräte-Features bei den Telcos liegt und nicht bei den Herstellern.
2. es gibt bzw. gab bis vor kurzem nur Handys von japanischen Herstellern in Japan zu kaufen. Kein Nokia, kein Motorola - kein Spezifikations-Chaos. Dadurch finden sich auf allen Geräten die Reader in der gleichen Qualität.
3. QR Code Nutzung wurde von Telco beworben in TV Spots, um die Mobile Internet Nutzung zu erhöhen. Die Plots der TV Spots: hmmm, was ist das. Ein QR Code. Fotografieren und mehr Infos (zu Produkten) bekommen.
4. In Europa gibt's keine Standard-Hardware der Endgeräte - also auch keine Integration gleicher Features. Telcos haben keine Möglichkeit, tiefgehende Spezifikationen vorzuschreiben. Zudem brauch(t)en die Telcos kein Mobile Internet, weil sie mit SMS viel mehr verdient haben.

Hier kannst du noch mehr über Mobile Japan lesen: http://www.maniac-lizard.com/blog

Ciao, Martin
(von maniac lizard)

ftropf hat gesagt…

Hallo Martin,

vielen Dank für diesen kompetenten Beitrag! Wir wollen hoffen, dass sich auch in Europa die Telcos zu einer einheitlichen Vermarktungsstrategie bewegen lassen und Vorinstallationen der Software standardmäßig folgen!

Safir hat gesagt…

Ich glaube Deutschland ist mit den QR Codes am Kommen. Diese werden sogar mit TV Shirts kombiniert. Folgendes habe ich bei der Suche nach QR Codes gefunden:
http://www.t-shirttv.eu/ bzw. dieser Beitrag http://www.t-shirttv.eu/index.php/qr-code/