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Samstag, 10. Januar 2009

Der Microsoft Barcode - Ein alter Bekannter mit neuem Anstrich


Bildquelle: s60.com

Anlässlich der weltweit größten Fachmesse für Verbrauchertechnologie, der CES in Las Vegas, präsentiert Softwaregigant Microsoft mit dem HCCB tag seinen eigenen Barcode.
Schon stellt sich die in vielen Blogs bereits intensiv diskutierte Frage: Wieso noch ein proprietärer 2D-Barcode?
Zunächst muss festgestellt werden, dass es sich beim HCCB (High Capacity Color Barcode) nicht um den "Newcomer des Jahres", sondern um einen alten Bekannten mit neuem Anstrich handelt, den Microsoft nach knapp nunmehr 2 Jahren wieder aus der Schublade geholt hat.
Bereits im August 2007 haben wir über ihn berichtet.
Des Weiteren handelt es sich beim HCCB nicht, wie oftmals beschrieben, um einen herkömmlichen 2D-Barcode, sondern er ist einer der weltweit ersten Vertreter der sogenannten 3D-Barcodes.
Bei dieser Barcode-Generation stellt die Farbe die dritte Dimension dar,durch die eine weitere Informationsverdichtung erfolgen und somit erheblich Platz eingespart werden kann(siehe obige Abbildung). Ferner handelt es sich bei den Modulen nicht um Quadrate, sondern um Dreiecke.
Im Vergleich zu den vorherigen Jahren scheint Microsoft das Thema "eigener Barcode" wesentlich gewissenhafter anzugehen.
So beschränkt sich die freie Readersoftware nicht mehr nur auf einige wenige unterstützte Geräte, sondern sie ist für Geräte der mobilen BS Windows Mobile, Symbian,J2ME, Blackberry und (kaum zu glauben) auch für das "Konkurrenzprodukt" iPhone verfügbar.
Weiterhin hat sich scheinbar auch der von Microsoft verfolgte Zweck des Barcodes gewandelt. Sollte der HCCB ursprünglich primär, als Ergänzung zum konventionellen Barcode, als fälschungssicheres Siegel die Echtheit vom Microsoftprodukten gewährleisten, so lässt sich auf der "Microsoft Tag Seite" inzwischen aber eine deutliche Ausrichtung hin zum Mobile Tagging und damit zur Physical World Connection erkennen.
Das Potenzial dieser Technologie ist dem amerikanischen Softwareriesen nicht entgegangen, wie es vergangene Experimente, etwa in Verbindung mit Windows Surface, zeigen.
Dennoch bleibt fraglich, ob Microsoft mit seinem gewohnt proprietären Kurs diesmal den Fuß in die Tür bekommen wird.
Zwar handelt es sich beim HCCB und der dazugehörigen Readersoftware ohne Frage um eine qualitativ hochwertige Lösung, die gegenüber den offenen Standards Vorteile (v.a. hinsichtlich der Codegröße) aufweisen kann.
Dennoch löst sie nicht die eigentlich relevanten Probleme, die Mobile Tagging schon seit Jahren am erhoften Durchbruch hindern:die Massentauglichkeit.
Für einen internationalen, tiefgreifenden Erfolg ist die Fortsetzung des Standardisierungsprozesses mit einer offenen Lösung von Nöten.
Den Plan in diesem Zukunftsmarkt eine Monopolstellung mittels proprietärer Lösungen aufzubauen, mussten schon andere Unternehmen frühzeitig begraben.
Vielleicht handelt es sich mit dem neueingeschlagenen Kurs lediglich um eine Trotzreaktion auf die Strategie des Erzrivalen Google, der mit seinem ZXing Reader ja auf die offenen Standards QR-Code und Datamatrix setzt. Bislang ist der Code allerdings nur in den USA anzutreffen.
Wir sind gespannt darauf, was uns das Jahr 2009 diesbezüglich Neues beschert!
Wer sich entsprechende HCCB Codes erstellen will, sollte sich auf diesen Seiten umsehen. Eine Anmeldung ist hierfür allerdings erforderlich.

Den Microsoft HCCB Reader gibt es hier zum Download:


HCCB Code zum Testen:




1 Kommentar:

Oliver hat gesagt…

Einziger kleiner Vorteil ist wohl nur die Abbildungsgrösse. Denn ein Farbcode, der auf dem Euroscala Farbaufbau basiert, (CMYK) sieht wohl in einer Schwarzweiss Anzeige ziemlich alt aus. Auch in der Packungsindustrie (Pantonefarbaufbau – Sonderfarben) wird das Teil nicht brillieren.

Da merkt man das MS ein Software Riese ist und keine Ahnung von Print hat.....